Hüftultraschall

Hüftultraschall-Bild der KinderorthopädieSeit 1996 ist die Ultraschall-Untersuchung der Säuglingshüften Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung in der 4. bis 6. Lebenswoche (U 3). Sie dient als Ergänzung zur kinderärztlichen Untersuchung des Neugeborenen. Mit dem Ultraschall kann eine Reifungsstörung der Hüftgelenkspfanne – Hüftdysplasie – einschließlich der Hüftgelenksverrenkung – Hüftluxation – erkannt werden. Bei der Ultraschalluntersuchung wird das noch knorpelig ausgebildete Hüftgelenk genau dargestellt und ausgemessen. Von jeder Hüfte werden vier Aufnahmen gefertigt.

Bildtafel SäuglingIn Abhängigkeit vom Untersuchungsergebnis erfolgt eine weitere Kontrolle bis zur 12. Woche oder es wird die Behandlung mit einer Spreizschiene eingeleitet. In den ersten drei Monaten lässt sich die Entwicklung der Hüftgelenke am meisten beeinflussen.

Therapiekonzept

Ausgereiftes Hüftgelenk (Typ Ia oder Ib)

Keine Therapie erforderlich, bei familiär bekannter Hüftdysplasie wird eine Kontrolle zur 12. Woche durchgeführt

Leichte Reifungsverzögerung (Typ IIa)

Anleitung zum breiten Wickeln, Kontrolle nach 2 bis 4 Wochen zum Festlegen des weiteren Vorgehens

Leichte bis schwere Reifungsverzögerung (Typ IIa-, Typ Iic und Typ IIb nach dem 3. Monat)

Anlage eine Spreizschiene, meist Tübinger Hüftschiene, und regelmäßige Kontrollen in unserer kinderorthopädischen Sprechstunde bis zum Erreichen einer ausgereiften Hüfte

Schwere Reifungsverzögerung bis zur Luxation (Typ IIc, D, II und IV)

Anlage eine fixierten Bandage, der Pavlik-Bandage, wöchentliche Ultraschallkontrollen